Integration - Treffen der Generationen und Kulturen

Plettenberg, den 24.11.2012

Integration - Treffen der Generationen und Kulturen



 

Westfälische Rundschau, Plettenberg, 24.11.2012

 

Kinder der Kindegärten am Eschen und der Eschengrundschule sehen in der Sporthalle der Grunschule das Stück "Hexenkuss und Zaubermus", Auftakt eines Projekts zum Thema Integration, Austausch zwischen den Generationen und Kulturen Foto: Pia Mester

 

 

Hexe Mirakula findet es alles andere als lustig, dass plötzlich die quirlige Hexe Serpentina in ihr Reich einzieht und alles umkrempeln will. Bald ist der wildeste Streit im Gange, weil die beiden die Eigenarten des Anderen einfach nicht akzeptieren wollen. Was in der Theateraufführung in der Sporthalle der Eschenschule gestern den Grundschul- und Kindergartenkindern des Stadtteils gezeigt wurde, hat einen ernsten Hintergrund: Integration ist hier ein wichtiges Thema. Dazu startet die Freiwilligenzentrale der Diakonie ein neues Projekt, zu dem das Stück der Auftakt war.

 

Alt und Jung zusammenzubringen und zwischen den Bürgern verschiedener kultureller Herkünfte zu vermitteln, das haben sich die Mitarbeiter der Freiwilligenzentrale der Diakonie im Stadtteiltreff Eschen auf die Fahne geschrieben. Da kam ihnen die Idee für dieses Projekt unter dem Motto „Leben und lernen, heute und früher, hier und in anderen Ländern“, erzählt Leiterin Heike Schaefer. Das Konzept sieht folgendermaßen aus: Zehn Grundschulkinder treffen sich jeden zweiten Freitag in der sechsten Stunde mit erwachsenen Anwohnern, viele davon mit Migrationshintergrund. Konzipiert werden diese Stunden von zwei Studentinnen, Annika Brühl (Studium der Sonderpädagogik) und Annika Schulz (studiert Soziale Arbeit). In den Stunden soll gemeinsam gebastelt, gekocht, gelesen und vor allem erzählt werden. „Es soll darum gehen, wie Dinge früher waren oder in anderen Kulturen erledigt werden“, erklärt Heike Schaefer.

 

Insgesamt sechs Mal treffen sich die Schüler mit den Projektpaten, am 7. Dezember geht es los. Unterstützung erhält die Freiwilligenzentrale bei diesem Projekt von der Eschenschule und der Landesentwicklungsgesellschaft (LEG). „Wir stellen nur die Räume zur Verfügung“, sagt Schulleiter Volker Müller. Man sei im Lehrerkollegium aber sehr gespannt, wie das Projekt verlaufen werde. Das benötigte Geld stammt von der Stiftung NRW der LEG. Dort hat die Freiwilligenzentrale einen Antrag gestellt. Jetzt wird nicht nur das Theaterstück der Wittener Schauspielgruppe „Theaterspiel“ übernommen, immerhin 600 Euro Gage, sondern auch die Anschaffungskosten für Bücher, Kopien oder die Lebensmittel, die bei den Freitagstreffen verkocht werden.

Bei Erfolg Neuaufnahme möglich

Wenn das Projekt erfolgreich verläuft, könne man danach über eine Neuauflage oder sogar eine Erweiterung nachdenken, sagt Heike Schaefer.

Für die Kinder der beiden Kindertageseinrichtungen am Eschen (Städtischer Kindergarten und DRK-Kindergarten am Saley) und die Grundschüler ging die Theaterstunde jedenfalls ratz-fatz vorüber. Und am Ende haben hoffentlich nicht nur die beiden Hexen gemerkt, dass Anderssein auch spannend sein kann.

Von Pia Mester