Jeden Donnerstag gibt´s leckere Brötchen!

Plettenberg, den 07.09.2012

Westfälische Rundschau, Plettenberg, 07.09.2012

 

 Stadtteilarbeit am Eschen - Freiwillige vor

„Das darf ich nicht essen“, sagt die Viertklässlerin und zeigt auf das Wurstbrötchen. „Ist aber kein Schweinefleisch, sondern Rinderwurst“, antwortet die Frau, die die Brötchen verteilt. Da greift das Mädchen sofort zu. Die Helfer der Freiwilligenzentrale wissen natürlich, dass an der Eschenschule viele Kinder aus Glaubensgründen gewisse Fleischsorten nicht essen. Schließlich kennt niemand den Stadtteil so gut wie seine Einwohner. Dieses Wissen macht sich auch das Diakonische Werk zunutze, das in den vergangenen Monaten dort viele Initiativen angestoßen und damit bei den Bürgern vom Eschen offene Türen eingerannt hat.

 

Jeden Donnerstag können sich die Schüler am Buffet in der Pausenhalle bedienen. Eine Brötchenhälfte kostet 50 Cent. „Damit die Kinder merken, dass Lebensmittel etwas wert sind“, sagt Tatjana Weißpfennig-Cordt vom Diakonischen Werk, dem die Freiwilligenzentrale angehört.

 

Ideen, um den Stadtteil wohnlicher zu gestalten, gibt es seit Eröffnung des Stadtteiltreffs zuhauf. Beispielsweise die acht freiwilligen Lesepaten, die einmal in der Woche mit Eschenschülern eine Stunde lang schmökern. „Die Lesepaten haben Spaß daran“, erklärt Schulleiter Volker Müller. „Und die Schüler genießen es, dass sich jemand für sie Zeit nimmt.“

 

Es mangelt dem Eschen nicht an Bürgern, die sich gerne engagieren würden, sondern an der Struktur. Und die schafft, so erklärt es Tatjana Weißpfennig-Cordt, das Diakonische Werk. Hilfe zur Selbsthilfe, könnte man also sagen. Denn die Vereinslandschaft liegt in Plettenbergs Stadtteil mit der größten Bevölkerungsdichte ansonsten eher brach.

 

Dass der Eschen mit den vielen neuen Arbeitsgruppen den Neid anderer Stadtteile anzieht, kann Volker Müller zwar glauben, aber nicht verstehen. „Wir sind jahrelang stiefmütterlich behandelt worden“, erklärt er. Beispielsweise habe man keinen so starken Förderverein im Rücken wie andere Grundschulen. „Wir sind für jede Hilfe, die wir bekommen, dankbar. Und wenn die Bürger vom Eschen etwas tun für ihre Kinder, dann finde ich das toll.“

( Pia Mester )